Sonntag, 11. August 2024

Tag 15... raus aus der Wüste!




Wir haben die Wüste, die Palmen und das bunte Treiben Nevadas wieder verlassen und uns in die Berge von Utah geflüchtet. Leider waren wir vorgestern zu erledigt, um noch einen Parkplatz in der Innenstadt Las Vegas zu suchen, sodass wir uns mit einem Blick aus dem Camper begnügten. 
Gott sei Dank waren die Straßen diesmal zwar voll, aber dafür halbwegs in Ordnung. Auf der Route 66 dachte ich, irgendwann fällt uns der Camper unter dem A... Ähhh Po auseinander. So langsam löst er sich nämlich in seine Einzelteile auf. Die Verkleidung geht an manchen Stellen ab, Schrauben fallen raus und letztlich hatten wir plötzlich einen Griff von einem Schubfach in der Hand. Bei den Straßen kein Wunder... Ich mecker nie wieder über deutsche Straßen, so schlecht können sie gar nicht sein. Auf dem Weg machten wir in St. Georg Halt und frühstückten bei Dennys... Ein richtiges amerikanisches Frühstück. Die Stadt ist mal abgesehen von Dennys auch so süß. Mit Palmen Bergen und kleinen Straßen.. Sehr hübsch. 
Zurück in Utah im Zion National Park gibt es unzählige Wanderwege. U. a. Einen Wanderweg zu den Narrows. Man wandert hier durch die Berge, durch das Flussbett zu einem Wasserfall. Die Wanderung dauert 8 Stunden und soll einfach nur toll sein, die Bilder im Netz bestätigen das. Leider haben uns die Ranger nicht empfohlen in den nächsten 2 Tagen zu gehen, weil es eine Sturmwarnung gibt und es dann zu gefährlich wäre. Schade eigentlich. Länger bleiben können wir auch nicht, da der Campingplatz restlos ausgebucht ist. Kein Wunder, er ist einfach paradiesisch. Wir campen hier im Tal an einem kleinen Flussbett, um uns herum die Berge. Es ist grün und überall laufen die Tiere herum. Rehe, Hirsche, sogar Bambies, Eichhörnchen, die neugierig vorbei schauen und jede menge Echsen und Frösche. Das ist selbst für uns immer wieder überraschend. Wer sich also jemals in die Gegend verirren sollte, sollte hier halt machen im Watchman Campground. Wie im Grand Canyon National Park gibt es auch hier kostenlose Busse, die dich in den Park zu den unterschiedlichsten Wanderrouten bringen. Außerdem gibt es Strom, Wasser, eine Dumping Station und saubere Toiletten. Da wir nicht bleiben können, fahren wir weiter Richtung Norden und machen dort zwei Wanderungen zu Wasserfällen. Wir sind gespannt. Schade, dass unser Urlaub bald zu Ende ist und wir langsam wieder Richtung Denver müssen. Hier könnte ich bleiben. 
St. Georg 











Samstag, 10. August 2024

Tag 14… Neues Spiel, neues Glück

 

Heute verlassen wir wieder den Grand Canyon und so richtig trennen mag ich mich von diesem wunderbaren Ausblick nicht. Obwohl es hier schon sehr touristisch und überlaufen ist, hat es etwas magisches und ich wünschte, ich hätte wenigstens einmal bis zum Colorado River runter gehen können. Unten zwischen den Bergen zu stehen, muss noch beeindruckender sein. Dafür muss man jedoch mindestens 2 Tage Wanderung einplanen und dafür sind wir weder ausgerüstet, noch haben wir es zeitlich eingeplant. Die Kinder schienen auch nicht begeistert von der Idee bei 40 Grad im Canyon rumzuspazieren. Denn dort unten kann es schnell mal sehr warm werden, während es oben manchmal nur 17 Grad sind. 

Übrigens wer sich noch nicht damit beschäftigt haben sollte, der Canyon beginnt in Page, in Arizona, am Glen Canyon Damm und endet in Nevada am Hoover Damm. Er ist ca. 455 km lang und bis zu 1800 m tief. Es gibt nicht viele Möglichkeit entlang des Canyons einen Blick drauf zu werfen, es sei denn man läuft. Wir fahren jetzt immer entlang des Canyons, auf der Route 66 bis zum nächsten überfüllten touristischen Ort, Las Vegas. Eigentlich hatten wir keine Lust die Schachtel durch die Straßen von Las Vegas zu bugsieren, aber für die Kinder ist es mehr als spannend, also wagen wir es und campen in einer der bekanntesten und buntesten Städte der Welt

Auf dem Weg dorthin machten wir einen kurzen Stop beim Hover Dam. Ein sehr beeindruckender Staudamm, über den man sogar rüberfahren kann. Vorher mussten wir noch einen kurzen Sicherheitscheck über uns ergehen lassen, damit wir auch ja keine Waffen, Drogen oder vielleicht auch andere Menschen im Camper transportieren. 

Das ging aber Gott sei Dank echt schnell und die Polizisten waren auch sehr nett. Allerdings war es sengend heiß, heißer als in einer Sauna, sodass wir nur kurz ausgestiegen sind, einen kurzen Blick geworfen haben, um gleich wieder einzusteigen und weiter zu fahren. Dann waren es nur noch 30 km bis Las Vegas und schon von Weitem konnten wir die Palmen und die Hochhäuser sehen. Da waren die Kinder schon ganz aus dem Häuschen. Wir sind dann bei Sonnenuntergang in die Stadt gefahren und natürlich haben wir erstmal am Willkommensschild Halt  gemacht, um dann durch die Innenstadt zu fahren. Die mehr als voll wahr. Steffen war nicht begeistert sich durch die engen Straßen schieben zu müssen, aber es ist schon beeindruckend, wie groß, bunt und pompös die Stadt ist. Ein Disneyland für Erwachsene. Dafür haben wir diesmal den wohl schlechtesten Campingplatz erwischt, den es gibt. Er ist direkt an der Straße, es gibt keine Sitzplätze und da es extrem warm nachts ist, kann man auch einfach nicht schlafen. Also starten wir jetzt wieder und fahren Richtung Norden in die Berge in den Zions National Park. Diesmal bin ich wirklich froh loszukommen, in die Kühle










Donnerstag, 8. August 2024

Tag 13… Grand Canyon


Endlich normale Temperaturen. Morgens um 7 Uhr ging es los, weil wir unbedingt wandern gehen wollten. Da die Temperaturen hier schnell über 30 Grad - im Tal sogar bis zu 40 Grad - ansteigen gilt, je früher desto besser. Wir entschieden uns den kostenlosen Bus zum Bright Angel Trail zu nehmen. Nach 100 Metern hatten wir eine Begegnung mit einem Hirsch, der mutterseelenallein und vollkommen unbeeindruckt mitten auf dem Campingplatz graste.

Am Bright Angel Trail ging es dann begleitet von unzähligen Eichhörnchen und Echsen immer bergab. Der Ausblick war grandios und anfangs denkt man, man fällt gleich runter. Später hat man sich daran gewöhnt und wundert sich auch nicht mehr, wenn jemand vorbei gerannt kommt. Es sind nur 2,5 km und knappe 600 Meter Höhenunterschied, aber die hatten es in sich. Immer wieder trafen wir auf andere Wanderer, die bereits um 4 Uhr oder noch früher im Tal gestartet waren. Wirklich krass! Ein Ranger unterwegs riet uns, immer reichlich zu essen und zu überlegen, ob wir nicht nach der ersten Hütte umkehren wollen. Mit den Worten „Besser wird der Ausblick nicht mehr“ ließ er uns ziehen. An der ersten Hütte angekommen, wussten wir, was er meinte und kehrten lieber um. Lotte war froh, denn für Kinder ist es ziemlich anstrengend.

Nach 2,5 Stunden erreichten wir wieder unseren Ausgangspunkt und legten erstmal eine Pause ein. Gott sei Dank kann man hier überall shoppen gehen und Eis kaufen, das hob die Laune der Kinder ein wenig.

Anschließend fuhren wir mit dem zweiten Bus bis zum Hermit Rest, wobei wir die zahlreichen Zwischenstopps nutzen, um immer wieder neue Einblicke in den Canyon zu bekommen.

Erschöpft, aber glücklich kehrten wir schließlich zum Campingplatz zurück und genossen Kaffee mit typisch amerikanischen Cheescake.


















Tag 12… Lower Antilope Canyon


Der Campingplatz den wir uns in Page für die Nacht ausgesucht hatten, war leider etwas heruntergekommen, dafür aber sehr groß und dementsprechend mit viel Privatsphäre gesegnet. An schlafen war allerdings dennoch nicht zu denken, da wir mit Abstand die heißeste Nacht hatten, bei der selbst die Klimaanlage an ihre Grenzen geriet.

Bereits um 7 Uhr hieß es jedoch auch schon wieder ausstehen, denn heute sollte es ja in den Lower Antilope Canyon gehen. Die Beste Entscheidung überhaupt. Atemberaubend ist nicht mal annähernd das richtige Adjektiv, um diese Schönheit zu beschreiben. Das Wasser hat sich an dieser Stelle bei Page tief in den Boden gegraben und so eine, mehrere Meter tiefe und mehrere hundert Meter lange, Schlucht mit den eigentümlichstem Formationen geschaffen. Soviel Fotos wir auch machten, immer wieder entdeckten wir mit Hilfe unseres Guides neue Figuren. Berauscht von den Farben und Formen fuhren wir anschließend noch einmal in den Glen Canyon Nationalpark um zu baden, bevor wir in Richtung Grand Canyon abbogen. Noch einmal eröffnete sich die Hochebene vor uns, bevor wir die Berge hinauffuhren und nach dem Eingang zum Nationalpark einen weiteren Stopp am Desert View Point einlegten. Aus Spaß hatten wir am Horse Death Point noch gesagt, viel größer könne der Grand Canyon kaum sein. Nun aber sehen wir es ein, doch er kann. Mit Worten ist diese Naturgewalt, die schiere Pracht und Größe kaum zu beschreiben und selbst auf den Bildern nur zu erahnen. Wir können uns im Gegensatz zu unseren Kindern hieran kaum sattsehen. Zu unserer Verwunderung ist der Nationalpark zudem viel grüner und kühler als erwartet, was uns eine erholsame Nacht beschert hat. Zu unser aller Ūberraschung fing es an zu Gewittern, als wir es uns gerade am Feuer zum Essen gemütlich gemacht hatten. 

Das Gewitter wollte gar kein Ende nehmen und gefühlt blitzte es um uns herum überall und sorgte für eine nette Abkühlung. Was für ein Tag.